Ein Doktorhut ist tatsächlich ein realer Hut, also eine Kopfbedeckung, die als solche aber nur in sehr seltenen Fällen öffentlich getragen wird und deshalb der breiten Bevölkerung optisch nicht immer bekannt ist. Am häufigsten sieht man den Doktorhut in Fernsehfilmen, wo er zusammen mit einem Talar getragen wird.
Der traditionelle Wert des Doktorhuts
In Deutschland hat die traditionelle Bedeutung des Tragens eines Doktorhuts in den letzten Jahrzehnten etwas an Bedeutung verloren. So ist es inzwischen durchaus üblich, zur Verleihung der Doktorwürde auch in anderer Kleidung zu erscheinen. An sehr traditionsbewussten Universitäten wird jedoch nach wie vor Wert auf die klassische Ausstattung mit Doktorhut und Talar gelegt. Auch bei Studentenverbindungen ist diese Ausstattung nach wie vor sehr beliebt und wird mit Stolz getragen.
Wie sieht der Doktorhut aus?
Der Doktorhut besteht aus einer halbkugelförmigen Kappe, die eng am Kopf ansitzt. Am Scheitelpunkt ist eine viereckige Plattform befestigt, die die Abmessungen des Huts etwas überragt. Zusätzlich ist der Hut mit einer Quaste ausgestattet. Der klassische Doktorhut hat immer die Farbe Schwarz.
Wer trägt einen Doktorhut?
Der Doktorhut wird vom Doktoranden zur Feier des Bestehens seiner Doktorprüfung getragen. Ursprünglich wurde er ihm dabei vom Dekan oder vom Rektor der Fakultät überreicht. Der Doktorhut wird meist nur im Rahmen der Feier getragen und später von seinem Besitzer mit Stolz verwahrt.
Die ursprüngliche Bedeutung des Doktorhuts
In früheren Zeiten wurde der Doktorhut von seinem Besitzer permanent getragen. Allerdings handelte es sich bei den damaligen Modellen um wärmende, bzw. vor Sonne und Regen schützende Kappen, die dem heute gängigen Barrett ähnelten. Sie waren jedoch ebenfalls meist in der Farbe Schwarz gehalten. Mit dem Tragen eines Doktorhutes identifizierte sich der Träger als einer höheren Bildungsschicht zugehörig und erhielt so automatisch einen höheren Respekt seiner Mitmenschen. Ebenso wie heute war es auch schon in früheren Jahrhunderten wichtig, die Zugehörigkeit zur sozialen Schicht auch optisch zu präsentieren.
Abwandlungen des Doktorhuts
Der Brauch des Tragens eines klassischen Doktorhuts wird nicht mehr an allen Universitäten gepflegt. Stattdessen sind mehr und mehr persönliche und individuelle Doktorhüte im Einsatz, die dem Doktoranden von Freunden, Bekannten oder Mitstudenten überreicht werden. In die Gestaltung dieser individuellen Hüte fließen häufig Andeutungen des Charakters des Doktoranden oder Anspielungen auf sein Promotionsfach mit ein. Besonders ausgefallene Hüte erinnern dabei stark an karnevaleske Verkleidungen und fallen durch mangelnde Seriosität auf.
Der Doktorhut in anderen Kulturen
In Europa wird der Doktorhut vor allem noch in Schweden getragen. Dort ähnelt er jedoch mehr einem Zylinder und wird mit großem Respekt behandelt. Als optisches Vorbild des heute gängigen klassischen Doktorhuts gilt das amerikanische Modell, das ebenfalls schwarz ist und aus einer runden Kappe mit einem viereckigen Aufsatz besteht. In den USA ist es üblich, dass alle Doktoranden bie der Feier zur Verleihung ihrer Doktorwürde in Talar und Doktorhut auftreten.